Verkaufsgespräch versus Mission

Oder: Die Lehre der Seologie

Der Anruf bei dem Menschen mir gegenüber kommt zur absoluten Unzeit. Ich habe mich gerade vorgestellt und will nun, nach wortreichem Einleitungs-Smalltalk, mit meinem Thema beginnen. Ahhrgh. Diese sch… Mobiltelefone und ihre "Immer-Dran-Geh-Besitzer".

Ich höre:

"Ja, ja, ja! Der E-Mail-Marketing- und Newsletter-Hype ist doch vorbei. Die Leute fühlen sich vom Spam belästigt und holen sich ihre Infos doch schon von alleine irgendwo aus dem Netz."

PAUSE.
"Ja. Wo auch immer, das können Sie auch nicht rausfinden."
PAUSE.
"Um Gottes Willen. Nein. Facebook? Das ist doch vollkommen überbewertet. Da vertrödeln meine Leute dann ihre Zeit und was dabei rauskommt weiß doch kein Mensch. Nee, nee, nee."
PAUSE.
"Ja genau. Google oder was? Wo ich am Ende meine Kunden hier brauche und nicht im Internet. Und außerdem habe ich auch nicht unbegrenzt Budget. Da ist das Käse und … "
PAUSE.
"Jaaah, da haben sie's jetzt schwer bei mir. Sorry. Auf Wiederhören."


An mich gewandt: "So, Herr Mett, entschuldigen Sie. Sie wollten mir gerade was über Marketing erzählen."


Aufstehen und gehen? Oder den heldenhaften Kampf aufnehmen und für die gute, interaktive und vernetzte Sache einstehen?
Wieder Missionieren. Das ist schon ein wenig anstrengend. Allerdings ist die Begeisterung eines Kunden über eine gelungene und clevere Online-Marketing-Strategie am Ende der schönste Lohn. Und nicht selten werden aus denen, die zu Beginn die größten Skeptiker waren, am Ende große Befürworter und treue Social-Marketer.


Wie war das bei mir? Alles was ich bisher an Fehlern im Internet gemacht habe, hat mich genau hier hin geführt. Zu unserem Onlinemarketing-Projekt "Die Seologen". Ich selbst habe vor einigen Jahren noch Webseiten nach rein optischen Gesichtspunkten bewertet. Design First. Habe Inhalte einfach so wieder von Webseiten gelöscht.  Soll keiner mehr lesen können. Google Cache? Was ist das? Habe keinen Wert auf mühsame Vernetzung gelegt und lieber in feste Bannerplätze als in steuerbare AdWords investiert. Am Ende sogar Flyer gedruckt und Werbung außerhalb des Web gemacht. Ist das zu fassen? Außerhalb des Internet!?

Auf dem Weg zum Heute habe ich wider besseres Wissen Marketing-Entscheidungen getroffen, für die ich geschlagen gehöre. Mailing, genau, das macht man so. Monitoring? Analyse? ROI? Fehlanzeige. Alles der Hektik und dem Zeitdruck geschuldet? Auf jeden Fall teuer.
Einige Erkenntnisse bis jetzt:

  • Alles ist definierbar: Zielgruppe und -Region, Content, Ziele.
  • Alles ist analysierbar: Bewegungsmuster, Verhaltensweisen.
  • Alles ist messbar: Klickraten, Conversions.
  • Alles ist personalisierbar: Texte, Bilder, Filme, ganze Webseiten oder "nur" Newsletter.
  • Alles ist kombinierbar: Der Mix macht's. Individualisiertes Multichannel-Target-Online-Marketing ;o)
  • Alles ist finanzierbar: Budget misst sich in Euro und Engagement.

und

  • ich geh' auch immer ran

Also. Ich rede…

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